Der ADAC hat nach 2025 auch in diesem Jahr erneut untersucht, wie reisetauglich Elektroautos für Familien unter winterlichen Bedingungen sind. Im Test standen 14 aktuelle Modelle, die sowohl eine WLTP-Reichweite von mindestens 500 Kilometern als auch eine Familienbewertung von mindestens Note 3,0 im ADAC Autotest erfüllen.
Die Tests fanden im ADAC-Testlabor Elektromobilität statt. Dort simulierten die Ingenieure die Fahrt von München nach Berlin bei 0 Grad Außentemperatur auf der Autobahn A9, inklusive Steigungen, Gefällen und realistischem Verkehrsaufkommen. Ziel war es, alle Fahrzeuge unter identischen Bedingungen zu vergleichen.
Bei Winterkälte und Autobahntempo zeigte sich, dass kein Auto die rund 580 Kilometer ohne Zwischenstopp bewältigen kann. Die meisten Familienautos benötigten mindestens zwei Ladepausen von jeweils 20 Minuten. Ausnahmen bildeten der Audi A6 und der Smart #5, die mit nur einem Stopp ans Ziel kamen.
Der Sieg geht an den Audi A6 Avant e-tron in der Version Performance, er überzeugte mit einem Verbrauch von 23,2 kWh und schaffte 441 Kilometer nonstop. Nach 3 Stunden und 49 Minuten Fahrt lädt er in 20 Minuten Strom für weitere 300 Kilometer nach. "Das ist enorm viel und so viel, wie kein anderes Auto im Testfeld nachlädt", so der ADAC. Der direkte Konkurrent BMW i5 Kombi schneidet auf der Langstrecke deutlich schlechter ab: Er kommt 90 Kilometer weniger weit, verbraucht 2,4 kWh mehr auf 100 Kilometer und lädt beim Stopp nur Strom für 184 Kilometer nach – 115 Kilometer weniger als der Audi.
Der Smart #5 zeigt, dass hohe Ladeleistung oft von der Ladesäule begrenzt wird. Die maximale Herstellerangabe liegt bei 400 kW, die Test-Säule liefert aber nur 300 kW. Trotzdem erreicht der Smart die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in 17 Minuten und 16 Sekunden und erhält Strom für 264 Kilometer. Nachteilig wirkt sich der hohe Verbrauch von 28,9 kWh des SUV aus.
Das Tesla Model Y ist mit 22,2 kWh Verbrauch am effizientesten, kann aber mit der Ladegeschwindigkeit des Audi nicht mithalten. Ein längerer Stopp von 25 bis 30 Minuten wäre in der Praxis ausreichend, entfiel jedoch im ADAC-Test zur Vergleichbarkeit.
Am unteren Ende rangiert der BYD Sealion 7 AWD Excellence mit einem extrem hohen Verbrauch von 35,3 kWh pro 100 Kilometer. Auch der Volvo EX90 verbraucht 31,6 kWh, schafft aber dank der 107-kWh-Batterie noch 360 Kilometer Reichweite.
| Modell | Basispreis | Testreichweite | Nachladung in 20 Minuten | Testverbrauch | ADAC-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Audi A6 Avant e-tron performance | 77.250 Euro | 2,3 | 1 | 2,1 | 1,9 |
| Tesla Model Y Premium AWD | 52.990 Euro | 2,6 | 2,9 | 1,8 | 2,5 |
| VW ID.7 Tourer Pro | 54.905 Euro | 3 | 2,7 | 2,2 | 2,7 |
| Smart #5 Premium | 50.900 Euro | 3 | 1,6 | 4,1 | 2,9 |
| Polestar 4 Long Range Single Motor | 61.900 Euro | 2,9 | 2,8 | 3,5 | 3 |
| BMW i5 Touring eDrive40 | 72.200 Euro | 3,1 | 3 | 3 | 3,1 |
| Hyundai Ioniq 5 84 kWh RWD | 51.650 Euro | 3,3 | 2,2 | 3,5 | 3,1 |
| Kia EV6 84 (kWh) RWD | 49.990 Euro | 3,4 | 2,4 | 3,9 | 3,3 |
| Porsche Macan | 80.700 Euro | 3,3 | 2,5 | 4,1 | 3,3 |
| Skoda Elroq 85 | 43.900 Euro | 3,4 | 3,3 | 2,9 | 3,3 |
| Mercedes EQE SUV 350+ | 86.811 Euro | 3,3 | 3 | 4,5 | 3,5 |
| Opel Grandland Electric 97 kWh | 51.750 Euro | 3,3 | 3,6 | 3,6 | 3,5 |
| Volvo EX90 Twin Motor AWD | 91.700 Euro | 3 | 3,2 | 5,1 | 3,6 |
| BYD Sealion 7 Excellence AWD | 60.990 Euro | 3,6 | 3,4 | 5,5 | 4 |
Auffällig ist die Leistung der 800-Volt-Systeme, die besonders hohe Ladeleistungen ermöglichen. Fahrzeuge wie der Audi A6 und der Smart #5 profitieren davon. Auch 400-Volt-Systeme, wie im VW ID.7 Tourer, zeigen eine solide Ladeperformance von über 200 Kilometern in 20 Minuten.
"Interessant ist die Erkenntnis, dass alle konkurrenzfähigen Fahrzeuge mit einer Wärmepumpe ausgestattet vorfuhren. Eine Wärmepumpe ist quasi ein Muss und gehört daher inzwischen bei vielen Fahrzeugen zur Serienausstattung", so der ADAC.
Ein geringer Stromverbrauch hat nicht nur Reichweitenvorteile, sondern reduziert auch Kosten. So liegen die Stromkosten im ADAC-Test für die gleiche Strecke beim BYD um 60 Prozent höher als beim sparsamen Tesla Model Y.
In der Gesamtauswertung erhält kein Fahrzeug die Bestnote „sehr gut“. Am nächsten dran ist der Audi A6 Avant e-tron, gefolgt vom Tesla Model Y mit „gerade noch gut“. Zehn weitere Autos, darunter VW ID.7 und Opel Grandland, bekommen ein „befriedigend“. Nur Volvo EX90 und BYD Sealion 7 schneiden mit „ausreichend“ ab.
Die ausführlichen Ergebnisse des "Winter-Stresstests" hat der ADAC hier veröffentlicht.
2026-01-21T10:49:22Z